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montag 11.09.2006

samba

Das Tollste an Samba ist diese Leichtigkeit. Sie steckt in allen
Platten, in jedem Song. Schon als 1995 die erste EP herauskam, war sie
da. Die Marschrichtung für deutschsprachigen Indiepop lautete damals:
Direkt in den Kopf und dann erst in Herz, Bauch und Beine. Bei Samba
hingegen ging es schon immer von unten nach oben.
Zum sogenannten „Diskursrock“ waren die Münsteraner schon fast ein
Gegenentwurf, mit ihren beschwingten Beats, den fein verwobenen Gitarren
und Knut Stenerts goldenen, verschnupften Melodien. Dabei schreibt
Stenert großartig eigensinnige Texte. Keine, die vor der Musik stehen,
um ihr die Schau zu stehlen, sondern solche, die sich mit der Musik
vermählen, mit ihr eine Beziehung eingehen. Eine Beziehung, in der man
sich aneinander schmiegt, aneinander aufreibt, kurzum: sich für einander
interessiert. Stenert textet mit Rhythmus, mit Feingefühl für den Klang
der Worte und Silben. Er muss in keiner Funkband spielen, um den Groove
rauszuhaben.
Das Allertollste an Samba ist dieses Spröde. Sind ja auch Westfalen,
könnte man jetzt sagen, um die regionalen Klischees zu bemühen. Es ist
doch so: Wenn dich einer, den du noch nicht so gut kennst, ständig
umarmt, dir ständig sagt, wie gern er dich hat, dann wirst du irgendwann
skeptisch. Samba gehen da eher ein wenig auf Distanz und verzichten auf
übermäßiges Kumpelgetue. Sie nähern sich langsam, wie ein scheues Reh.
Und wenn es dann doch kommt und vorsichtig schnuppert, dann kann das
Glück nicht größer sein.
Das Allerallertollste an Samba ist, dass die Band mit „Himmel Für Alle“
nun schon ihr sechstes Album herausbringt. Einiges hat sich geändert:
Zum Beispiel ist Hirzel Hirzelnsen nicht mehr dabei, der fesche Drummer
mit der Teddy-Frisur. Die Tränen trocknen, wenn man mal einen Blick auf
die neue Mannschaft wirft. Tolle Typen: Tobias Siebert (Delbo, Klez_E)
hat nicht nur produziert, sondern auch Gitarre und Schlagzeug gespielt,
Ramin Bijan (Die Türen) hat Keyboards, Gitarren und Effekte
beigesteuert, Florian Lüning (Delbo) hat ebenfalls getrommelt, und dann
wäre da natürlich noch der versierte Bassist Götz Grommek, seit eh und
je Stenerts treuer Weggefährte bei Samba. Die neue Belegschaft fügt sich
prima ein in den Samba-Sound, bereichert ihn zudem durch bislang
unerhörte Facetten: Philadelphia-Strings, pumpende Elektro-Outros und
(tatsächlich!) wiehernde Prog-Rock-Tapping-Gitarren-Soli. Aber keine
Sorge, alles ist so smart platziert, dass es Sinn macht und nicht zur
Nummernrevue verkommt.
Insgesamt ist „Himmel Für Alle“ schon eine waschechte Sonnenscheinplatte
geworden, der man anhört, dass sie in einer, wie Stenert es sagt,
„völlig befreiten Atmosphäre“ entstanden ist: „Es gab keine
Beziehungsprobleme zwischen Bandmitgliedern, es ging einfach nur um die
Musik“. Trotzdem wehen sie immer wieder durch die flotten Songs: leichte
Brisen der Wehmut, Anflüge von Melancholie. Genau das ist das Seltene an
den Liedern von Samba: Sie sind gut gelaunt und empfindsam zugleich.

link zur homepage der Bands: www.samba-pop.de

downloads von der samba homepage!

  1. nicht dabei
  2. mir, wo die blumen sind
  3. fahrt ins grüne
  4. hölle ich bin ein rebell

 


samba 01

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samba 02

 

einlass: 21.00 Uhr - Beginn: 21.30 uhr - vvk. 5,- euro - ak. 6,- euro - online-tickets zum selbstausdruck unter www.kulturladen.de
 
cheap-monday ist eine veranstaltungsreihe des kulturladen konstanz e.v. kontakt: come@kulturladen.de